Die Griechenland-Rettung ist beschlossen
Die Griechenland-Rettung sieht folgendermaßen aus
In langen und anstrengenden Sitzungen haben die Euro-Länder den Grundstock für weitere Hilfen zur Griechenland-Rettung frei gemacht. Wie sieht diese Rettung nun aus?
- Hilfen in Höhe von Euro 130 Milliarden von den Euro-Ländern
- weitere Hilfen könnten vom IWF kommen
- Zinsen für die Kredite aus dem ersten Hilfspakte aus dem Jahr 2010 werden gesenkt.
- ein Sperrkonto wird eingerichtet
Dafür müssen die Griechen nun aber auch nachhaltig was tun
Die Euro-Länder erwarten, dass die griechische Regierung nun nachhaltig spart. Dies muss auch über die Parlamentswahlen hinaus erfolgen. Bislang hatte man ja den Eindruck, dass die Sparmaßnahmen nur bis zu den Wahlen im April anhalten könnten. Denn es wurden Stimmen von griechischen Politikern laut, die im Wahlkampf gemeint haben, dass nach der Wahl das Leben wieder so weiter gehen kann, wie es mal war. Dafür würde man schon sorgen, wenn man gewählt werden würde. Dies haben die Euro-Länder mit der jetzigen Griechenland-Rettung nun unterbunden.
Weitere tiefe Einschnitte werden von den Griechen erwartet. Reformen müssen her in den Sekoren:
- Gesundheit
- Kommunalverwaltung
- Rentensystem
- Finanzen
- Arbeitsmarkt
Und damit die Griechen auch hier nicht auskommen, wird verlangt, dass schnellstmöglichst auch dies gesetzlich festgeschrieben wird.
Wie sind die privaten Gläubiger nun an der Griechenland-Rettung beteiligt?
Bislang war die Rede von freiwilligem Verzicht auf Rückzahlung von griechischen Staatsanleihen in Höhe von 50%. Nun möchte man, dass die privaten Gläubiger auf mindestens 53,5% verzichten. Dies ist eine Größenordnung von 107 Milliarden Euro. Den privaten Gläubigern soll in den kommenden Tagen ein Angebot vorgelegt werden, ihre alten Anleihen in neue Schuldscheine mit längeren Laufzeiten und niedrigeren Zinssätzen umzutauschen. Erst nach Ende der Aktion ist klar, wieviele der privaten Gläubiger sich wirklich an der Griechenland-Rettung beteiligen. Sind es nur wenige, wird der Rettungsplan nochmal überdacht werden müssen.
Wie man der allgemeinen Presse entnehmen kann, hat die Griechenland-Krise die Commerzbank AG hart getroffen. Durch die Abschreibung der Griechenland-Anleihen (2,3 Milliarden Euro in 2011) musst das Kreditinstitut nach dem deutschen Bilanzierungsstandard HGB einen Verlust von 3,6 Mrd. Euro hinnehmen. Nach den internationalen Regeln (IFRS) blieb ein kleiner Gewinn von nur 638 Mio. Euro stehen. Das von der deutschen Regierung in der Finanzkrise gerettet Institut tut sich also immer noch schwer, wieder in schwarze Zahlen zu kommen und der Bundesregierung die Hilfen zurückzuzahlen.
Und wie sind die Griechenland-Millionäre beteiligt?
Hierzu hat die Süddeutsche Zeitung heute einen sehr guten Artikel veröffentlicht: Athen sperrt Konten von einstigem Vorzeigemanager
Offensichtlich geht es jetzt endlich denjenigen "an den Kragen", die ihre Schärflein bereits ins Trockene gebracht haben und damit ihrer sozialen Verpflichtung damit aus dem Weg gegangen sind. Wie die SZ berichtet, soll ein griechischer Millionär (Einer, nicht alle!!!) bis zu 700 Millionen Euro in andere Länder verschoben haben. Insgesamt seien wohl mehr als 40 Milliarden in Steuerparadiesen versteckt worden.
Wäre es denn nicht gerecht, wenn die im griechischen Ausland geparkten Milliarden nun dem griechischen Volk zu Gute kommen? Damit würde die Griechenland-Rettung weitere, nachhaltige Fortschritte machen. Es gibt bereits Berichte, dass alleinerziehende Mütter ihre Kinder in SOS-Kinderdörfer geben, weil sie sie nicht mehr ernähren können, frühere Geschäftsleute sind obdachlos, unterernährte Kinder fallen in der Schule in Ohnmacht, Kliniken haben keine Gummihandschuhe mehr.
Ist es nicht schrecklich, wenn Fehler der Politik letztlich dazu führen, dass Menschen hungern? Und das in einem europäischen Staat?
Was meinen Sie? Diskutieren Sie mit mir zu diesem Thema!
Aber: es ist noch nichts verloren!
Ihre
Iris Schöberl



Februar 24th, 2012
Iris Schöberl 
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Überrascht war ich auch davon, dass die privaten Gläubiger (-wer ist das eigentlich?, sind das Banken oder Hedgefonds?-) nur auf 53% bei der Rückzahlung verzichten mussten, vorher war doch von ca. 60% die Rede.
Mit den politischen und sozialen Auflagen, die Griechenland von der EU (also hauptsächlich Deutschland und Frankreich) aufgedrückt werden, wird Griechenland kaum auf die Beine kommen. Ich befürchte eher, dass es so auf das Niveau der anderen Balkanstaaten zurückfällt.
tja, so sind es “nur” 53% geworden auf die die privaten Gläubiger verzichten sollen. Private Gläubiger sind all diejenigen, die nicht öffentlich – also staatlich – sind. Dazu gehören: Banken, Versicherungen, Hedgefonds, Investmentfonds und auch der kleine Anleger von der Strasse. Also jeder, der griechische Staatsanleihen gekauft hat und nicht irgendeiner staatlichen Organisation wie EZB, IWF oder Bundesbanken angehört.
Nun ist es leider so, dass die privaten Gläubiger dem ganzen ja auch noch zustimmen müssen. Es ist also noch gar nicht gesagt, ob der Deal auch aufgeht. Das erfahren wir erst Anfang bis Mitte März.
Wir können gespannt sein.
Grüße Iris